Corona: Alles, was Sie über den RNA-Impfstoff wissen müssen

In der Schweiz läuft die Impfkampagne zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Ein wichtiger Teil davon ist der neuartige RNA-Impfstoff. Hier erfahren Sie, wie er funktioniert und wirkt. Und was Sie bei der Entscheidung für oder gegen eine Corona-Impfung beachten sollten. 

In der Schweiz sind im Kampf gegen das Coronavirus seit kurzem die sogenannten mRNA-Impfstoffe verfügbar. Hier erfahren Sie alles Wichtige dazu. Damit Sie möglichst gut entscheiden können, ob Sie sich gegen Corona impfen lassen wollen oder nicht. 

So funktionieren herkömmliche Impfstoffe

Herkömmliche Impfstoffe wurden bereits im 19. Jahrhundert entwickelt. Dabei spritzt man abgeschwächte oder tote Viren oder deren Bestandteile in den Körper. Die Viren werden durch Erhitzen oder andere Techniken zuvor unschädlich gemacht. Sie täuschen dem Körper eine Infektion mit dem Virus vor und aktivieren das Immunsystem. So funktionieren zum Beispiel die Impfungen gegen Masern oder Kinderlähmung.

RNA-Impfstoff nutzt Bauplan des Erregers

Die jetzt zugelassenen Covid-19-Impfstoffe von Pfizer/BioNTech und Moderna basieren auf mRNA. Dieses existiert auch natürlich im menschlichen Körper und dient als Bauplan für die Herstellung von Eiweissen. Bei den mRNA-Covid-19-Impfstoffen verwendet man ein Stück des RNA-Bauplans des Coronavirus, um im Körper eine Abwehrreaktion auszulösen. Die im Labor hergestellte Messenger-Ribonukleinsäure (mRNA) dient als Botenmolekül für einen Teil des Bauplans des Erregers. Mit der Impfung gelangt dieser Bauplan in die menschlichen Zellen. Dort bildet sich nach diesem Plan eine «Spikeprotein» genannte Oberflächenstruktur des Virus. Das Immunsystem erkennt dieses als fremd und bildet eine Abwehr dagegen aus. Bei Kontakt mit dem echten Virus setzt dann die Immunantwort ein.

Vorteile des RNA-Impfstoffs

Der RNA-Impfstoff ist einfach und effizient herzustellen. Der Körper baut die RNA innerhalb von Stunden, und die Spikeproteine innerhalb weniger Tage ab. Die mRNA ist nur der Bauplan zur Herstellung eines einzelnen Virusproteins. Sie gelangt nicht in den Zellkern und verändert das menschliche Erbgut nicht.

Forschung seit über zehn Jahren

Das RNA-Prinzip stammt aus der Tumorforschung. Denn moderne Krebsmedikamente zielen ebenfalls auf Immunantworten ab. Gezielt an RNA-Impfstoffen wird seit über 10 Jahren geforscht.

Vorteile der raschen Durchimpfung

Das Coronavirus ist sehr ansteckend. Dabei kommt es bei einem Teil der Erkrankten zu schweren Verläufen, insbesondere bei gefährdeten Personen. Die Impfung gegen Covid-19 soll diese schweren Krankheitsverläufe und die Todesfälle reduzieren. Dies würde die kritische Lage in den Spitälern sowie in den Alters- und Pflegezentren entspannen und die negativen sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie dämpfen.

Swissmedic hat die Impfstoffe gründlich getestet

Wegen der gravierenden Folgen des Coronavirus wurden praktisch weltweit Lockdowns verhängt. Gleichzeitig bewilligten die Behörden viel Geld für die rasche Entwicklung von wirksamen Impfstoffen. Da die Forschung bereits Erfahrung mit RNA-Impfstoffen hatte, konnte die Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffs, auch dank zusätzlicher Gelder, sehr rasch hochgefahren werden. Die Zulassungsverfahren wurden zudem massiv beschleunigt. In der Schweiz ist Swissmedic dafür zuständig. Trotz des erhöhten Tempos hat die Behörde die Corona-Impfungen auch jetzt gründlich getestet. Die Zulassung ist nur erfolgt, da die Daten eine überzeugende Wirksamkeit und Sicherheit zeigten. 

Studienergebnisse zu den RNA-Impfstoffen

Zum RNA-Impfstoff von Pfizer‐BioNTech (Comirnaty®) liegen erste Zahlen vor: Nach 2 Dosen im Abstand von 3 Wochen zeigt er eine sehr gute Wirksamkeit von 95% gegen die Erkrankung Covid‐19. Ob es eine spätere Impfauffrischung braucht, ist noch unklar. Die Resultate basieren auf einer Studie mit 43'448 Personen über 16 Jahre. Diese erhielten nach dem Zufallsprinzip entweder die aktive Impfung (21'720) oder Placebo (21'728). Der Impfstoff war gut verträglich. Die häufigste Nebenwirkung war Schmerz an der Einstichstelle für ein bis zwei Tage.

Beim Impfstoff von Moderna (Covid-19 Vaccine Moderna®) wurde unter den gleichen Voraussetzungen ebenfalls eine Wirksamkeit von 94% nachgewiesen. An dieser Studie nahmen 30’418 Personen teil. Dabei erhielten 14’134 Personen den Impfstoff, 14’073 wurden mit einem Placebo geimpft. Die häufigste Nebenwirkung war auch hier der Schmerz an der Einstichstelle.

Impfempfehlung der Behörden

Die Schweizer Behörden empfehlen die Impfung gegen Covid-19. Diese soll zum Schutz und Erhalt der Gesundheit der Bevölkerung beitragen. Im Einklang mit internationalen Empfehlungen verfolgt die Schweizer Impfstrategie drei Ziele:

  1. Tiefere Fallzahlen, insbesondere von schweren und tödlich verlaufenden Fällen
  2. Sicherstellung der Gesundheitsversorgung
  3. Reduktion der negativen gesundheitlichen, psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie