Leben mit HIV

Zwar stellt die Infektion mit dem HI-Virus nach wie vor eine chronische, unheilbare Erkrankung dar. Dank Fortschritten in der Therapie können Betroffene aber heute weitgehend ein normales, erfülltes Leben führen. Voraussetzung für den Erfolg einer Therapie ist allerdings das strikte Einhalten der Therapie. Die HIV-Infektion hat also viel von ihrem Schrecken verloren. Wer das Virus in sich trägt, muss sich somit einer lebenslangen Behandlung unterziehen und gewisse Anpassungen im Alltag in Kauf nehmen.

Wichtige Erkenntnisse zu HIV

Das HI-Virus ist ein Virus, das die Immunzellen im Körper befällt und dadurch das Immunsystem schwächt. Unbehandelt entwickelt sich daraus mit der Zeit Aids. Aids bedeutet Acquired Immunodeficiency Syndrom und bezeichnet die erworbene Immunschwäche nach einer HIV-Infektion.

HIV ist nicht heilbar. Das Ziel der Behandlung besteht darin, das Virus im Körper soweit zu kontrollieren und an der Vermehrung zu hindern, damit sich nicht Aids daraus entwickeln kann.

Unbehandelt verläuft die HIV-Infektion in der Regel in drei Stadien. In der ersten Phase, auch Primoinfektion oder Latenzphase genannt, vermehrt sich das Virus innerhalb von Wochen rasant im Körper. Während dieser Phase ist die Ansteckungsgefahr besonders gross. Die Beschwerden sind ähnlich wie bei einer Grippe: Fieber, Müdigkeit und Kopfschmerzen, häufig verbunden mit einem Hautausschlag.

Nach der ersten Phase bleiben Betroffene oft über einen längeren Zeitraum, der durchaus einige Jahre dauern kann, beschwerdefrei.

Mit der Zeit wird aber das Immunsystem immer mehr geschwächt und in der zweiten Phase entwickeln sich erste Anzeichen der Immunschwäche wie Lymphknotenschwellungen, Hauterkrankungen, Nachtschweiss und zunehmende Anfälligkeit für Infektionskrankheiten.

Im dritten Stadium bildet sich das eigentliche Vollbild der Erkrankung Aids aus. Das Immunsystem ist so stark geschwächt, dass sich lebensbedrohliche Infektionskrankheiten und Krebserkrankungen ausbreiten können. Unbehandelt führt dieses Stadium zum Tod. Dank den neuen Kombinationstherapien ist das Fortschreiten der HIV-Infektion in der Schweiz bis zum dritten Stadium äusserts selten geworden.

Ansteckung rechtzeitig erkennen – HIV Selbsttest

Bei Vermutung oder Verdacht auf eine mögliche Ansteckung mit dem HI-Virus nach einer Risikosituation sollte in jedem Fall ein HIV-Test durchgeführt werden. Heute gibt es Selbsttests, die anonym zu Hause durchgeführt werden können. Beim Kauf eines Selbsttests sollte auf das europäische Gütesiegel CE geachtet werden. Diese Kennzeichnung ist ein Qualitätssiegel und garantiert, dass der Test zuverlässig ist. Ein Test ist frühestens zwei Wochen nach der potentiellen Ansteckungssituation möglich, wenn der Körper begonnen hat Antikörper gegen das HI-Virus zu bilden. Allerdings kann es bis zu drei Monaten dauern, bis eine Ansteckung mittels Antikörper nachweisbar ist. Ein negativer Test schliesst also erst 3 Monate nach der Risikosituation eine Ansteckung sicher aus. Bei einem positiven Test zu Hause sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden, um das Testresultat zu bestätigen und eine Behandlung einzuleiten.

Behandlung

Die moderne Behandlung bei HIV besteht aus einer Kombinationstherapie von verschiedenen Wirkstoffen, die mit verschiedenen Wirkmechanismen die Vermehrung des HI-Virus hemmen.  Es handelt sich dabei um eine so genannte antiretrovirale Therapie. Dies ist deshalb notwendig, weil sich das HI-Virus ständig verändert und auf ein einzelnes Medikament resistent werden könnte. Mit der Kombinationstherapie kann HIV zwar nicht geheilt werden, aber betroffene Menschen können damit praktisch ein normales Leben führen.

Bin ich noch ansteckend?

Bei einer erfolgreichen Therapie ist das HI-Virus nach einiger Zeit im Blut und in anderen Körperflüssigkeiten nicht mehr nachweisbar. Die Gefahr einer Übertragung auf Sexualpartner ist dann sehr unwahrscheinlich. Die Behandlung schützt entsprechend genauso so zuverlässig vor einer HIV-Übertragung wie die Verwendung von Kondomen. Einen 100% Schutz gibt es allerdings in beiden Fällen nicht. Die Verwendung von Kondomen kann jedoch den Schutz, der bereits durch die Behandlung besteht, noch einmal erhöhen und schützt gleichzeitig vor anderen Geschlechtskrankheiten wie Syphilis, Chlamydien oder Gonorrhö (Tripper).

Ob die Behandlung erfolgreich genug ist, muss alle drei Monate mit einem Bluttest überprüft werden. Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist in jedem Fall das konsequente Einhalten des Behandlungsplans. Standardisierte Abläufe und unterstützende Massnahmen, welche das Einhalten der Therapie fördern und die Bewältigung der Krankheit im Alltag erleichtern, sind daher willkommene Hilfeleistungen für viele Patienten mit HIV.

Home Care, eine Therapiebegleitung von MediService, ist ein Beispiel dafür, wie Apotheken die Patienten zu Hause unterstützen und komplexe Behandlungen begleiten können. Die Beratung zu Hause, im persönlichen Umfeld, kann die Zufriedenheit mit der oft schwierigen Situation einer chronischen Erkrankung verbessern und das Verständnis für eine notwendige medikamentöse Therapie vertiefen. Dadurch kann die Therapietreue verbessert werden und es erhöht sich die Sicherheit, dass die Medikamente zu Hause korrekt angewendet werden.

Mediservice mit HIV leben
Agenturfoto. Mit Model gestellt.

MediService unterstützt die Therapietreue

MediService sendet die Medikamente originalverpackt oder verblistert bequem, diskret und portofrei nach Hause. Die Abrechnung erfolgt direkt an die Krankenversicherung und drei bis vier Wochen vor Ablauf des Dauerrezeptes wird eine Dauerrezepterinnerung mit einer Auflistung der Medikamente, für welche demnächst das Rezept ausläuft, verschickt.

Mit der Dienstleistung MediBag wird die Polymedikation jetzt für alle Beteiligten entscheidend vereinfacht. MediBag ist die perfekt vorbereitete, individuell portionierte Medikamentenlieferung aus Ihrer Spezialapotheke.

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Die Kraft des Austauschs

Die Diagnose HIV wirft Fragen auf – und nicht wenige Patienten erst einmal aus der Bahn. Da hilft es, sich mit Menschen zu treffen, denen es ähnlich geht. Aids-Hilfe-Schweiz: Die regionale Beratungsstelle auch in deiner Nähe.